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Magnesiumüberschuss

Der Mineralstoff Magnesium unterstützt viele Funktionen im menschlichen Organismus: Er steuert die physische und geistige Leistungsbereitschaft über Muskeln und Nerven und ist verantwortlich für die Erbanlagen sowie für den Zahn- und Knochenaufbau. Magnesium sorgt für die Verteilung weiterer wichtiger Mineralstoffe im Körper und beeinflusst die Wirkung der Hormone. Das meiste Magnesium steckt in den Knochen, außerdem befindet sich das Mineral in den Körperzellen und zu einem geringen Teil im Blut.

Von Magnesiumüberschuss oder Hypermagnesiämie wird gesprochen, wenn der Magnesiumspiegel im Blut krankhaft erhöht ist. Es handelt sich bei der Hypermagnesiämie um eine seltene Erkrankung, die zunächst ohne erkennbare Symptome verläuft. Ist sie jedoch gravierend, kann sie ohne Behandlung lebensbedrohlich sein.

Ursachen für Magnesiumüberschuss

Ein Grund für die Magnesiumüberladung können Funktionsstörungen der Nieren sein. Sind diese nicht mehr im Stande, Magnesium in ausreichendem Maße auszuscheiden, liegt möglicherweise ein akutes oder ein chronisches Nierenversagen vor. Auch eine Magnesiumüberdosierung bei diagnostiziertem Magnesiummangel führt bisweilen zur Hypermagnesiämie.

Verschiedene Medikamente wie beispielsweise Abführmittel mit einem hohen Gehalt an Magnesium können ebenfalls die Ursache für einen Magnesiumüberschuss aufgrund einer Magnesiumüberdosierung sein. Es gibt verschiedene andere Gründe für eine eher schwache Hypermagnesiämie, etwa als Folge einer Unterfunktion der NNR (Nebennierenrindeninsuffizienz) oder einhergehend mit einer Akromegalie (überstarke Vergrößerung von Füßen, Kinn, Nase, Ohren und anderer Endglieder des Körpers).

Symptome bei Magnesiumüberschuss

Häufig treten die Symptome bei Hypermagnesiämie nur schwach auf und äußern sich in Müdigkeit und Schlaffheit sowie einem niedrigen Blutdruck. Werden die Normwerte allerdings um das Doppelte bis Dreifache überschritten, kann dies zur Erschlaffung der Atemmuskulatur und schlimmstenfalls zum Atemstillstand führen. Ein starker Magnesiumüberschuss löst ferner Trägheit von Darm und Blase, Verstopfung oder Inkontinenz aus. Falls das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen ist, kann Reflexarmut die Folge sein, oder es können Lähmungserscheinungen auftreten.

Wie lassen sich Fehlversorgung und Magnesiumüberdosierung vermeiden?

Unser Körper ist nicht in der Lage, selbst Magnesium herzustellen: Das Mineral muss über die Ernährung und durch den Verzehr von Fisch und Fleisch, Obst, Nüssen und Teigwaren aufgenommen werden. Wer seinen täglichen Magnesiumbedarf mit medizinischen Präparaten sicherstellen möchte oder dies auf Anraten seines Arztes tut, sollte sich vor einer Magnesiumüberdosierung hüten. Brausetabletten oder Dragees im Übermaß verhindern keine Krämpfe, sondern führen zu einer schädlichen Magnesiumüberdosierung.

Gefahren einer Magnesiumüberdosierung

Wie erwähnt, fällt es nicht leicht, eine Hypermagnesiämie sofort zu erkennen. Die Symptome sind anfangs meistens zu schwach, und ein niedriger Blutdruck muss nicht generell ein Hinweis auf akuten Magnesiumüberschuss sein. Dennoch sollten Menschen, die Magnesium nicht nur über die Ernährung aufnehmen, dies beherzigen: Eine Hypermagnesiämie tritt in den meisten Fällen nur dann auf, wenn eine schwere Störung der Nierenfunktion vorliegt. Es kann allerdings auch passieren, dass es durch den unkontrollierten Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln zu einer Magnesiumüberdosierung kommt.

Wie wird der Magnesiumüberschuss gemindert?

Die geschieht mithilfe von Kalzium, das den Abbau von Magnesium beschleunigt und die Nierenfunktion anregt. Ist die Hypermagnesiämie sehr bedrohlich, kann der Einsatz von Diuretika helfen. So werden Medikamente bezeichnet, die ein rasches Ausschwemmen von Wasser und Salzen aus dem Körper ermöglichen.