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Magnesiummangel

Magnesium ist ein für den Menschen lebensnotwendiges Mineral. Ein Mangel, von Medizinern als Hypomagnesiämie bezeichnet, kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, da zahlreiche Stoffwechselvorgänge Magnesium benötigen. Ein Mangel kann unterschiedliche Ursachen haben und äußert sich in ebenso unterschiedlichen Symptomen, die Behandlung erfolgt über eine ausreichende Zufuhr des Minerals und gegebenenfalls Maßnahmen zur Unterstützung des Körpers bei der Verwertung.

Täglicher Magnesiumbedarf

Der Bedarf variiert bei jedem Menschen: Er ist unter anderem abhängig von Alter, Lebensstil, Konstitution und Aktivität. Als durchschnittlichen Richtwert geben Mediziner für Jugendliche und Erwachsene einen Magnesiumbedarf von 300 bis 400 Milligramm täglich an. Bei Sportlern, in Stresssituationen, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit benötigt der Körper entsprechend mehr Magnesium. Für Kleinkinder gilt ein Richtwert von etwa 80 Milligramm, bis zum 15. Lebensjahr benötigt der Körper 120 bis 300 Milligramm täglich. Diese offiziellen Angaben sind umstritten, einige Wissenschaftler vermuten grundsätzlich einen wesentlich höheren Bedarf.

Da Magnesium nicht vom Körper selbst produziert werden kann, muss der tägliche Bedarf über die Ernährung zugeführt werden.

Was tut Magnesium im Körper?

Im menschlichen Blut finden sich Magnesium-Ionen, welche der Zellversorgung dienen, in den Knochen Magnesiumverbindungen. Der Körper eines gesunden Erwachsenen kann auf einen Speichervorrat von etwa 25 Gramm zurückgreifen, der sich zu etwa gleichen Teilen auf Knochen und Blut verteilt.

Die Aufgaben des Minerals sind vielseitig. So ist es für den Energiestoffwechsel zuständig, hält den Kalziumhaushalt im Gleichgewicht, indem es Ablagerungen entgegenwirkt, ist an der Herstellung wichtiger Proteine beteiligt und unterstützt eine ausgewogene Zusammenarbeit von Muskeln und Nerven. All diese Funktionen sind unter anderem wichtig für eine Gesunderhaltung des Herzmuskels.

Magnesiummangel – mögliche Ursachen

Die wohl häufigste Ursache eines Magnesiummangels ist eine zu geringe Aufnahme aufgrund falscher Ernährung. Verschiedene Krankheiten können zu einer verminderten Verwertbarkeit führen, dazu zählen beispielsweise Magen-Darm-Erkrankungen, Glutenunverträglichkeit, Schilddrüsenüberfunktion und Nierenfunktionsstörungen. Eine erbliche Disposition kann ebenfalls für eine verminderte Verwertbarkeit verantwortlich sein.

Weiterhin tritt ein Mangel häufig bei einem erhöhten Bedarf auf: Die mit der Nahrung aufgenommene Menge reicht dann meist nicht aus. Ein erhöhter Bedarf tritt bei starkem Alkohol- und Koffeinkonsum auf, auch verschiedene Medikamente wie die Anti-Baby-Pille oder Antibiotika können zu einem erhöhten Bedarf führen. Weitere mögliche Ursachen sind eine Übersäuerung des Körpers, Stress, Schwangerschaft und körperliche Belastung.

Magnesiummangel – eine Volkskrankheit?

Bereits 1994 ergab eine Studie, dass 54 Prozent der Probanden unter Magnesiummangel litten. Laut einer weiteren Studie im Jahr 2005 waren es etwa 60 Prozent, deren Magnesiumbedarf nicht über die Ernährung gestillt wurde, ganze 19 Prozent deckten nicht einmal die Hälfte ihres täglichen Bedarfs.

In beiden Studien wurde von einem durchschnittlichen Tagesbedarf zwischen 300 und 400 Milligramm ausgegangen. Einige Wissenschaftler vermuten diesen jedoch mit mindestens 600 Milligramm wesentlich höher und halten die Ergebnisse daher für besonders bedenklich, denn die ermittelten statistischen Werte wären bei dieser Studienbasis noch wesentlich schlechter ausfallen. Demnach würde fast jeder Mensch unter Magnesiummangel leiden.

Die Symptome von Magnesiummangel

So vielseitig die Aufgaben des Magnesiums im Körper sind, so vielseitig sind die möglichen Symptome bei einem Mangel. Häufige Symptome sind Muskel- und Wadenkrämpfe, Verspannungen, Durchblutungsstörungen, Taubheitsgefühle in Fingern oder Füßen, Bluthochdruck, Unterleibskrämpfe während der Periode, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindel und Schlafstörungen. Die Stress- und Infektionsanfälligkeit steigt, der Körper ist weniger belastbar. Daneben können sich Herz-Rhythmus-Störungen einstellen.

Schwerwiegende Folgen eines Magnesiummangels

Werden die Symptome übergangen, können sich schwerwiegende gesundheitliche Folgen einstellen. Die Blutgefäße verengen sich, das Risiko eines Schlaganfalls steigt ebenso wie das eines Herzinfarkts. Die Insulinproduktion wird gestört, wodurch das Diabetes-Risiko steigt. Weitere mögliche Folgen sind die Bildung von Thrombosen und Nierensteinen, auch ein erhöhtes Krebsrisiko wird vermutet. Da der gesamte Stoffwechsel durch einen Magnesiummangel gestört wird, sind zahlreiche weitere Folgeerkrankungen wie Impotenz, Unfruchtbarkeit und Zahnausfall möglich.

Einem Magnesiummangel vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung ist ausschlaggebend für eine ausreichende Magnesiumversorgung. Zu den magnesiumhaltigen Lebensmitteln zählen vor allem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Getreide, dunkelgrünes Gemüse, Kartoffeln, Obst, Schalentiere und Nüsse. Der Magnesiumgehalt dieser Lebensmittel schwankt allerdings umwelt- und anbaubedingt: Ausgelaugte Böden, Pestizide und andere Faktoren sind für einen geringeren Gehalt verantwortlich. Es ist daher zu empfehlen, auf die Herkunft und die Anbaubedingungen zu achten, sich abwechslungsreich zu ernähren und stets frische Zutaten zu verwenden.

Beim Kochen ist zu beachten, dass das Kochwasser den Speisen Magnesium entzieht und zu viele säurehaltige Lebensmittel einer optimalen Verwertung entgegenwirken. Der Anteil basischer Lebensmittel in der Ernährung sollte daher entsprechend hoch sein.

Was tun, wenn ein Mangel an Magnesium vorliegt?

Es ist nicht empfehlenswert, einen eventuellen Magnesiummangel selbst zu diagnostizieren und zu behandeln, denn ein Überschuss kann sich ebenso negativ auf die Gesundheit auswirken. Außerdem gilt es zunächst, Krankheiten als Ursache für den Magnesiummangel auszuschließen.

Ein Blutbild liefert eine eindeutige Diagnose über den Magnesiumgehalt im Körper. Der tatsächliche Bedarf sollte für jeden Menschen individuell mit dem Arzt ermittelt werden, da er von zahlreichen Umständen beeinflusst wird. Der behandelnde Arzt kann dann Empfehlungen zur Ernährung geben und ein geeignetes Präparat nennen oder verschreiben, um den täglichen Magnesiumbedarf zu stillen.

Liegt die Ursache für den Magnesiummangel im Lebenswandel oder Stress begründet, gilt es außerdem, diesbezüglich entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.